Nur eine verschwindend geringe Anzahl von Menschen will bei entscheidenden Fragen, die sie selbst betreffen, wirklich die Wahrheit wissen.
Die allermeisten glauben, was ihnen von anderen, in der Schule, an der Universität, im Fernsehen, in den Nachrichten, von "Experten", erzählt wird — aber sie prüfen es nicht selbst nach. Der Grund: Es interessiert sie nicht wirklich. Und vor allem: Die wirklich wichtigen Dinge des Lebens interessieren sie nicht wirklich, etwa:
Wer oder was sie selbst sind; warum es sie überhaupt gibt; was ihre Rolle in der Welt ist und was sie mit dieser Welt überhaupt zu schaffen haben.
Nur eine kleine Handvoll Menschen sind das, was wir "Wahrheitssucher" nennen. Der Wahrheitssucher gibt sich nicht mit irgendwelchem Gerede oder mit Texten aus Büchern oder mit Aussagen angeblich wichtiger Figuren zufrieden, sondern er will es selbst wissen. Und solange er das nicht weiß, fühlt er sich nicht wohl; ihm fehlt die Richtung und die Bedeutung in seinem Leben. Er spürt, daß seine Mitmenschen nur an der Oberfläche vegetieren, sich ständig von sich selbst ablenken, daß viele von ihnen unaufrichtig und unauthentisch sind und daß insgesamt mit ihnen "etwas nicht stimmt". Und er spürt auch, daß, wenn er selbst so lebt, mit ihm selbst etwas nicht stimmt.
Etwas nagt heimlich an ihm und läßt ihn nicht zur Ruhe kommen. Geld, Erfolg, Berühmtheit, Genuß, Konsum und Ablenkung reichen ihm nicht; sie können sein inneres Unbehagen nicht austilgen.
Es muß mehr geben, und solange er nicht weiß, worin dieses Mehr und dieses Echter und Wahrer besteht, verspürt er weiter dieses nagende Unbehagen, und sein Gewissen läßt ihn nicht zur Ruhe kommen.
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